Schule der Zukunft
Texte (KRZN)
Die Herausforderung
In Zeiten wachsender Vernetzung und
einer steigenden Zahl an Medien ist es wichtig, den Überblick zu
behalten. Dienstleistungsunternehmen wie z.B. Banken, Versicherungen
oder auch öffentliche Verwaltungen setzen mehr und mehr auf ein
leistungsfähiges Informationsmanagement. Mit einem gut strukturierten
Data Warehouse, so sind z.B. Finanzdienstleister überzeugt, können sie
schneller entscheiden und die Kunden individueller beraten.
In
unseren öffentlichen Schulen wird über ein derartiges
Informationsmanagement noch sehr wenig nachgedacht, obwohl gerade die
neuen Lehr- und Lernmethoden ein umfangreiches Datenmanagement
erfordern. Ein wesentliches Ziel der pädagogischen Arbeit ist es, den
Lernerfolg durch gezielte Informationsbereitstellung zu ermöglichen.
Für
einen optimalen Lernerfolg wird es in Zukunft immer wichtiger werden,
die "richtigen" Informationen zum "richtigen" Zeitpunkt in der
"richtigen" Art und Weise bereitzustellen.
Schulen sind auf diese
zunehmende Digitalisierung der Informationen nur unzureichend
vorbereitet. Obwohl die Lehrkräfte ihre Unterrichtsmaterialien immer
mehr mit dem PC erstellen, gibt es für die Schulorganisation bis heute
keine überzeugende Lösungen, wie dieses Material in der Schule optimal
verwaltet wird.
Medienkompetenz
Der Initiative
"Schulen ans Netz" ging es vor gut 10 Jahren in erster Linie darum,
die Medienkompetenz zu fördern. Die Schüler sollen zu einem
sachgerechten, selbstbestimmten, kreativen und sozial verantwortlichen
Handeln in einer von Medien und Informationstechnologien geprägten
Lebenswelt befähigt werden. Dazu gehören u.a. folgende Fähigkeiten:
* Wahrnehmungskompetenz (Medien verstehen)
* Verarbeitungskompetenz (Medien aufnehmen, reflektieren, verarbeiten)
* Beurteilungs- und Selektionskompetenz (Medien beurteilen und auswählen)
* Kritische Nutzungskompetenz (Medien für bestimmte Zwecke auswählen)
* Kreative Handlungskompetenz (Medien selbst produzieren)
* Multimediale Kompetenz (Medien selbst produzieren)
Veränderungen
Fast
unbemerkt von der Schulpädagogik hat sich das Internet einer
dramatischen Veränderung unterzogen. Neue Technologien wie Wiki,
(Web-)Blog und Podcast ermöglichen uns auf einfachste Art und Weise die
Produktion und Verbreitung von Texten, Bildern, Ton- und Videodatein
sowie die Interaktion mit ihnen.
Lern-Management-Systeme, auch
Lernplattformen genannt, gehören ebenfalls zu diesen neuen interaktiven
Technologien, die uns ein erstaunliches Potential für das Lernen
innerhalb und außerhalb des Klassenraumes bieten. Obwohl
internetbasierte Lern-Managementsysteme in Deutschland erst langsam in
das Bewusstsein der Bildungspolitiker und Pädagogen rücken, verfügen
diese Systeme schon heute über hervorragende Möglichkeiten, Lösungen
für die drängenden bildungspolitischen Ziele anzubieten.
Auch
der Unterricht mit neuen Technologien muss sich daran messen lassen,
dass Bildungsfortschritte auf Schülerseite erzielt werden.
Eigenverantwortliches Arbeiten, individuelle Diagnostik und Förderung,
neue Wege der Lernerfolgsüberprüfungen (z.B. ePortfolios),
Qualitätssicherung/Evaluation, erleichterte Schulorganisation,
Verbesserung der Kommunikation zwischen Lernenden und Lehrenden, all
das können Lern-Management-Systeme heute nachweislich leisten.
Lehr-/Lernumgebung
In einer Lehr-/Lernumgebung können die Schüler unabhängig von Zeit und Ort auf das Lehrmaterial zugreifen. Selbstlernen wird in der Schule gezielt vorbereitet und gefördert, um auf lebenslanges Lernen vorzubereiten. Es war schon immer ein pädagogisches Ziel, das Individuum in seinem Lernprozess zu unterstützen und zu begleiten. Die Wirtschaft hat das Customer Relationship Management zum Prinzip erhoben. Heute muss die Pädagogik von der Wirtschaft lernen, wie man dieses Customer Relationship Mangement in einer Lehr-/Lernumgebung wieder auf die Pädagogik übertragen kann. Durch die Verknüpfung mit dem schulischen Netzwerk kann das Lernmaterial auf die einzelne Person abgestimmt werden. Individuelle Förderung bleibt kein pädagogisches Schlagwort, individuelle Förderung wird praktiziert.

