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MoodleKonferenz 2007

Bericht von der Moodlekonferenz 2007 / 28. u. 29. März 2007 in Duisburg

Hochschullehre 2.0 29.03.2007 / Lokales / Duisburg

Von Fabienne Piepiora

Willkommen auf dem virtuellen Campus - im Uni-Leben 2.0: Die Studenten lernen selbstständig, die Dozenten speichern ihre Arbeitsblätter und Vorträge auf einer Plattform und jeder kann in seinem Tempo den Lernstoff bearbeiten. Das ist keine Zukunftsmusik, sondern längst Realität. "Moodle" heißt das Programm. Eine Open-Source-Software, die frei verfügbar im Internet ist und, die jeder benutzen darf. Werden Schwachstellen entdeckt, kann jeder helfen, sie zu beheben und Verbesserungsvorschläge einreichen.

Mit Hilfe dieses Zubehörs können Professoren, aber auch Lehrer einen virtuellen Kursraum einrichten. Nur mit dem Unterschied, dass die Schüler vor dem PC sitzen und nicht mehr aufzeigen müssen, wenn sie eine Idee haben. Per Videokonferenz oder Chat können sich die Beteiligten austauschen - und zusammenarbeiten. Mit einer so genannten "Wiki"-Funktion werden Texte geschrieben, die jeder verändern kann. Ganz so wie bei der Online-Enzyklopädie "Wikipedia". Rund 300 Bildungsexperten nahmen nun an einer Moodle-Konferenz der Universität teil und diskutierten Chancen des E-Learnings.

Die Uni Duisburg-Essen will sich als so genannte E-Learning-Hochschule einen Namen machen. Rund 11 000 Studenten arbeiten bereits mit "Moodle". 250 Kurse nutzen die Plattform, um sich außerhalb des Hörsaals zu vernetzen. "Das ist keine technische Bastelei, sondern eine didaktische Innovation", betont Professor Dr. Michael Kerres vom Lehrstuhl für Mediendidaktik und Wissensmanagement.

In Australien gebe es sogar eine Fern-Uni, die allein mit diesem Programm arbeitet. Auch Duisburg und Essen bieten zwei virtuelle Studiengänge an. Die meist berufstätigen angehenden Wirtschaftsinformatiker lernen online. Aus dem Dozenten wird in diesem Fall ein Moderator. Nur zweimal im Jahr gibt es Präsenzphasen, in denen die Eingeschriebenen im Hörsaal anwesend sein müssen.

Dieter Pannen vom Mercator Berufskolleg Moers benutzt die Plattform auch im Unterricht. "Die Schüler sitzen so oft vor dem Computer. Wenn sie am Wochenende Lust haben zu lernen, können sie das jetzt machen", erklärt der Pädagoge einen der Vorteile. So werde der Computer sinnvoll genutzt. Schüler, die noch keinen Internetzugang haben, können Rechner in der Schule benutzen.

Mittlerweile hat Pannen auch ein paar Kollegen überzeugt. Einige, gibt der Lehrer aber auch zu, wollten sich nicht in die Karten schauen lassen, was sie sonst hinter geschlossenen Türen unterrichten. "Das ist aber keine Frage des Alters, auch Jüngere sträuben sich."

Teilnehmer Franz-Josef Klingen sitzt nun im Hörsaal und ließ sich von Prof. Kerres die Vorzüge von "Moodle" erklären. "Das Programm lässt sich besonders gut einsetzen, wenn es um die individuelle Förderung des Einzelnen geht", denkt der Mathe- und Informatiklehrer schon einen Schritt weiter. Wie praktisch, dass er auch für die Lehrerfortbildung zuständig ist und "Moodle" nun seinen Kollegen vorstellen will. Bis Donnerstagnachmittag dauert die Konferenz.

Der kaffeetrinkende Student wird trotzdem nicht so bald vom Campus verschwinden, ist Kerres überzeugt. Gerade bei den Erstsemestern sei das Miteinander und der persönliche Austausch ein wichtiger Teil der Sozialisation. Noch sitzen die Bildungsexperten in einem "echten" Hörsaal. Bald könnten sie sich mit ihren Schülern und Studenten in einer virtuellen Lernwelt wiederfinden. Foto: WAZ, Andreas Mangen

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