Gerhardus Mercator
Kartograph und Globenbauer, Philosoph und Kosmologe
Gerhardus Mercator
Kartograph und Globenbauer, Philosoph und Kosmologe
Mercators Leben und Wirken steht für Wissen und Wissenschaftlichkeit. Er gehört zu den wenigen seiner Zeit, ...
die
als Universalgelehrte bezeichnet werden konnten. Seine Fähigkeit
studiertes Wissen mit beruflicher Ausbildung zu kombinieren, hat ihn
von anderen Gelehrten unterschieden. Er war Flame und Niederrheiner, er
war Europäer und Kosmopolit zugleich. Im Resümee steht Gerhard
Mercators Name für Inhalte und Werte wie Offenheit und Toleranz,
Regionalität und Internationalität, Kreativität und Vision. Er ist
Vorbild und Namensgeber unserer Schule.
Geboren am 05.03.1512 im flämischen Rupelmonde im Herzogtum Jülich-Kleve, verstorben am 02.12.1594 in Duisburg.
Im
Alter von 18-20 Jahren studierte Gerhard Mercator (geb. Kremer) an der
Universität Löwen. 1536 heiratete er und arbeitete als Landvermesser
und Instrumentenbauer. 1537 entwarf er eine Karte von Palästina und ein
Jahr darauf eine Weltkarte in doppelherzförmiger Projektion. Damit
erlangte er den Ruf als Schöpfer der ersten modernen Landkarte.
Im
Jahr 1544 wurde er beschuldigt Anhänger der Reformation zu sein. Er
wurde der Ketzerei angeklagt und gefangengenommen. Das Todesurteil war
schon ausgesprochen, da wurde er nach drei Monaten aufgrund des
Protestes der Löwener Universität freigelassen. 1551 entstand sein
erster Globus, auf dem er bereits eine "magnetische Insel" markierte,
die den magnetischen Pol darstellen sollte. 1552 verließ er mit seiner
Familie Rupelmonde und zog als Kosmograph des Herzogs von Jülich nach
Duisburg.
1554 entwickelte er seine erste Europakarte. Die zweite
folgte 18 Jahre später. In dem Zeitraum von 1559-1562 war er als Lehrer
am akademischen Gymnasium tätig und lehrte Mathematik, Geometrie und
Kosmologie. Zwischen 1563/64 ernannte ihn der Herzog von Kleve zum
herzöglichen Kosmographen. Er arbeitete für viele Persönlichkeiten und
Adlige und fertigte für diese Globen und Karten an.
Seine berühmte
Weltkarte, die besonders für Seefahrer geeignet war, entwickelte er
1569. Sie war für damalige Verhältnisse sehr groß: 1,31m hoch und 2m
breit. Die Karte wies ein neues Längen- und Breitengradsystem auf und
zeigte die bekannte "Mercator-Projektion", die noch heute Verwendung
findet. 1570 arbeitete er an einem Atlas für den Herzog von Kleve, der
das bedeutendste kartographische Werk der Neuzeit darstellte. Mercator
prägte als erster den Begriff "Atlas". Sein "Atlas sive cosmographicae
meditationes" konnte erst nach seinen Tod von seinem Sohn Rumolt, mit
dem er eng zusammen gearbeitet hatte, veröffentlicht werden.
Seine
erstaunlichen Erkenntnisse und Arbeiten machten ihn in der ganzen Welt
berühmt und bedeuten bis heute einen wichtigen Schritt in der Erfassung
der Erde.
In der Werkstatt Mercators sind viele berühmte
Karten entstanden. So auch die erste Karte der Grafschaft Moers. Sie
wurde im Jahre 1591 von seinem Enkel Johannes Mercator gestochen

